In Siefersheim strahlen zwei Königinnen
Von Thomas Thörle
SPORTVEREINIGUNG Sitzung unter dem Motto „Die Welt auf den Punkt gebracht“ / Run auf die Eintrittskarten
SIEFERSHEIM - Prinz Karneval hielt närrischen Hof im Westen Rheinhessens. Unter dem Schlachtruf „Siewerschem Helau“ gelang eine Bühnenschau urwüchsiger Narretei - angereichert durch jede Menge Überraschungen und attraktive Einfälle. Alles diente nur einem Zweck: 380 Narren im Saal bis weit nach Mitternacht auf Stimmungskurs zu halten. Vierfarbigen blaublütigen Glanz verbreiteten gleich zwei Weinköniginnen. „Als Nüchtern ist sie schüchtern, doch dann krieht se de Hals net voll“ hieß es bei der Siefersheim-Queen, alias Mirjam Zydziun, während Johannes Brüchert als Wöllsteiner Kronenträgerin allen zurief. „In Vino veritas alleweil sein ich doo- erhebt die Gläser und dut mol schee proste, abber uff eure eigene Koste.“

Weite Augen machten die Narrhallesen als plötzlich „dreibeinige Männer“, eine Lotosblume mit beweglicher Oberweite, sowie ein Erwachsenbaby das im viel zu kleinen Buggy den Babysitter-Boogie mimt. Alles verpackt in einer Playbackshow der Neu Bamberger „Libbelabber.“ Bei uns werd halt Fassenacht gefeiert - ganz unverschleiert, so Björn Fischborn als 11er Ratspräsident. Fischborn empfing auf der Rostra auch adrette Gardistinnen (trainiert von Anke Klingelschmitt und Carolin Wollschied; „Wild Wild Ladies“ der Formation Infinity (Choreogafiert von Mirjam Zydziun). Die Sportvereinigung (SpVgg) erlebte dieses Jahr einen Run auf die Eintrittskarten, so Fischborn erfreut. Als kalorienreduzierte desillusionierte Protokoller machten Andreas Hatzenbühler und Michael Kahlstadt ihrem Amt alle Ehre. Für den 40-Millionen- Bauherrn und Bischof „Tebaz“ wurde eine neue Namenserklärung erreicht: Tebaz-TeuersterBischof aller Zeiten.

„Vorne black und hinne white“ fand sich Kokoloressänger Markus Engert als Wöllsteiner Troubadour nach dem Besuch im Fitnessschuppen.Doch dann sang er das Lied: „Vor die Verwaltung bringe Fraue mit Kinner sich in Position- und sie riefen schon: Iss de Gerd doo.“ Der Gerd (Rocker) war tatsächlich doo im Gewande eines Prälaten - zusamme mit Volker Hintze und Philipp Espenschied am Promitisch der Sitzung. Motoren der super Stimmung war die Hauskapelle Stefan Kiefer Fastnachtsprojektchor. Letzterer bot viel Lokales.

„Die Welt auf den Punkt gebracht“ hieß das zündende Motto der putzmunteren Sitzung. Einen Hauch von Rio zauberten Sambatänzerinnen der Grupe Chicas Bailandas (einstudiert: Katharina Faust, Anja Hehl). Als Fassenachtsflüchtling landete Andrea Seitner auf einem Bauernhof. Siebe Tage waren vorgesehen: drei Tage Urlaub und vier Tage im Stau. Das Angebot „Natur erleben auf biologischer Reise“ endete schmerzlich „in Wald und Wiese sich welze“ im Ameisehaufe- so bekam sie die Krise.
Aus dem Nähkästchen plauderte Silberhochzeiter, Wolfram Wilke: „Als Jüngling jung und frisch drängte viele Fraue sich um mich.“ Unter der Devise: „60 Jahre und kaa bißje leiser „trafen sich „Hot Generation“ der rollatorfahrenden Rentner zum Stammtisch. Auf die Frage seit wann sind sie die Vorsitzende die verblüffende Antwort. „Ich unn de Adenauer hunn se samme aagefang.
Beim Lauftreff der „Rennschnecke“ is mein Mann jeden moin drei Kilometer gewandert - was hat er mittags gemacht: ei haam gelaaf natürlich.“ Zum Schluß des Landfrauentreffs wurde noch kräftig abgerockt in bester Hardrock-Manier. Hier war Elke Zydzium für das Arrangement verantwortlich.
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